Monats-Archive: Januar 2012

Wein aus Berlin

Die Bundeshauptstadt Berlin ist für viele Dinge berühmt. Doch dort wird nicht nur Politik und Kultur gemacht. Die Großstadt ist ein, in der Öffentlichkeit wenig bekanntes Weinanbaugebiet.

Berlin besitzt sogar eine lange Tradition im Anbau von Wein. Bereits im 12. Jahrhundert wurden dort die ersten Weinstöcke gepflanzt. Innerhalb der nächsten Jahrhunderte vergrößert sich das Anbaugebiet immens. Zuletzt werden stattliche 70 Weinberge gezählt. Aus agrarwirtschaftlichen Gründen werden die Weingärten im 18. Jahrhundert zu Ackerflächen umgestaltet.

Erst im Jahr 1968 wird an die alte Tradition des Weinanbaus in Berlin wieder angeknüpft. Der Stadtteil Kreuzberg erhält von seinen Partnerstädten Ingelheim und Wiesbaden ein Geschenk in Form von Rebstöcken. Der Bezirk Kreuzberg liegt 66 Meter über der Normalnull und besitzt damit die besten Voraussetzungen für den erfolgreichen Anbau von Wein aus Deutschland. Die Trauben für einige hundert Flaschen echten Kreuzberger Wein werden dort jedes Jahr geertnet.

Doch nicht nur in Kreuzberg wird der echte Berliner Wein angebaut. Die Stadt Berlin ist stolzer Landgeber für die erstaunliche Anzahl von 10 Weingärten. In diesen Weingärten werden circa 1.500 registrierte Reben versorgt. Neben Kreuzberg gehört der Wein aus Wilmersdorf zu den etwas mehr bekannten Naturprodukten aus der Hauptstadt. Und auch im Prenzlauer Berg sind die Winzer der Hauptstadt aktiv. Ein kleines Anbaugebiet liegt in Tempelhof und im Humboldthain werden die Trauben für den Sekt der Hauptstadt angebaut.

Berlin gehört durch den Wandel des Klimas zu den immer attraktiver werdenden nördlichen Anbaugebieten für Weinreben. Zur Zeit stehen die Weine aus Berlin nur in recht überschaubaren Mengen zur Verfügung für die Weinliebhaber. Aber die Prognosen der Experten lassen positiv in die Zukunft blicken.

Denn sie sagen aufgrund der globalen Erwärmung eine Ausweitung der Agrarflächen für Wein in der Hauptstadt voraus.